Sonntag, 1. Mai 2011

Beltane-Gedanken....

Kleiner Beltane-Altar mit Fotos
Der 1. Mai ist immer ein besonderer Tag. Es ist der Tag eines Neubeginns. Es ist nicht nur Tag der Arbeit, Feiertag und der Beginn eines neuen Monats, sondern auch ein Tag des Erwachens in einer Zeit des Wachstums. Die Beltanenacht zeigt das absolute Ende der dunklen, kalten Jahreszeit. Sie zeigt aber auch das Ende der Jugend, Zeit der Initiation, der Zeit des "Flügge-Werdens". Das, was bis dahin gewachsen ist, wird weiter wachsen, sich mit Wurzeln noch stärker mit der Erde verbinden und Früchte tragen.
Beltane ist der Höhepunkt der natürlichen Entwicklungen im Jahreslauf, dem Kreislauf von geboren werden, Reife gewinnen, sich vereinen, Gelerntes weitergeben und sterben. So wie die Natur gegen Lichtmess erste Spuren von neuem Leben zeigt, der Boden fürs Frühjahr vorbereitet wird, so bereiten wir uns auch auf die große Zeit des Erwachens und des Wachstums vor. Dann um Ostara wird gesäät, die ersten Pflanzen sprießen, das Wachstum beginnt wieder von vorne, lässt uns selbst aus der Winterstarre fallen und wieder nach draußen gehen, der Sonne und allem Leben entgegen. Das Leben verfielfacht sich vor unseren Augen und gibt uns die Lebensenergie zurück. An diesem höchsten Punkt der Lebensenergie stehen wir an Beltane vor dem Verschmelzen zweier Kräfte: Dem Männlichen und dem Weiblichen, ohne die nichts in der Natur Fortbestand hat.

Ein kleines "Elfen-Blumen-Opfer"
Jedes Jahr am Beltaneabend zieht es mich hinaus und meist feiere ich mit meiner Freundin ein kleines Fest, das für uns den Charakter dieser Zeit ausmacht. Meist befinden wir uns in Gedanken bei vielen wichtigen Entscheidungen, lassen uns von der Energie dieser Zeit mitreißen und versuchen, unsere Gedanken und Pläne zu ordnen. Bedürfnisse spielen eine große Rolle, welche Erfüllungen man findet und welche nicht. Immer wieder stehen sie an Beltane im Vordergrund - die Beziehung zu sich selbst und zu anderen. Beziehungen, Freundschaften, Bekanntschaften - sie alle können nur ausgelebt werden, wenn wir mit uns selbst im Reinen sind. Durch das Ritual in der Natur ist es möglich, sich klarer darüber zu werden, wo man steht und wo man stehen möchte. Wir sprechen Wünsche aus, bringen Opfer und danken der Göttin und dem Gott - oder auch einfach nur Mutter Natur - für das, was uns bislang geschenkt worden ist, was wir erreicht haben.
"Ich tanz den Feuertanz" - Abenddämmerung & Lagerfeuer ;-)
Wir denken bei unseren Wünschen auch andere wichtige Menschen und hoffen, dass wir weiterhin mit ihnen verbunden sind. Meist können wir auch schon eine Prognose abgeben, wie sich Manches über den Sommer hin entwickelt. Die Farbe Rot hat dabei einen symbolischen Charakter - den Jahreslauf kann man auf die Verwandlung der Archetypen der Göttin beziehen. Aus der weißen jungfräulichen Göttin wird die rote Muttergöttin. Mit dem Beltanefest wird dieser Übergang deutlich, es ist die Zeit eines Reifeprozesses, die Frauen meist zwischen Ende Zwanzig und Mitte Dreißig erleben. Man nimmt ein wenig Abschied von der Jugend, übernimmt mehr Verantwortung, gewinnt aber auch Sicherheit, da man sich selbst ein Stück weit besser kennt. Die Zeit der roten Göttin ist jedoch nicht umbedingt mit einer wirklichen Mutterrolle verbunden, sondern bedeutet vor allem Fürsorge für sich selbst und für Andere und Entscheidungen zu treffen, die verantwortbar sind.

Das Feuer ist das allgegenwärtige Element in dieser Zeit. Die Sonne hat bereits eine größere Kraft, aber auch unsere Kerzen und das Lagerfeuer lassen uns teil haben am Spiel der Elemente. Sie versetzen uns zurück in eine Zeit, in der das Leben sich noch nicht in solch komfortabler Weise abgespielt hat. Das Feuer lässt uns tanzen, uns erahnen, wieviel Macht es hat und wieviel dieser Feuerkraft in uns selbst lodert. In diesem Moment sind wir eins mit dem Element, unterscheiden uns nicht mehr vom frühen Homo sapiens. Das Feuer ist unser Licht, unser Wegweiser, unsere Heizung, unsere Kochstelle und unser Antrieb. Erschöpft und ein wenig schmutzig, mit dem typischen Lagerfeuerduft von zwei naturreligiösen Frauen, machen wir uns danach auf den Rückweg. Und auch wenn mir meine Knochen am Tag danach weh tun, bin ich immer wieder froh, Beltane gebührend gefeiert zu haben.

Merry Meet!

Sonntag, 23. Januar 2011

Niemals geht man so ganz - Tschüss Facebook!

Ich habe mir Facebook gut ein Jahr angeschaut - nein, nicht nur angeschaut, sondern ich habe aktiv mitgeschrieben, fleißig "gefällt mir" angeklickt, verlinkt, auf Pinnwände geschrieben, Fotos eingestellt und einige Daten angegeben und ausgetauscht. Nun, nach einem Jahr ziehe ich Bilanz...

Anfangs waren es nur einzelne Kontakte, die mich zu Facebook zogen. Ich war anfangs noch skeptisch, ob ich bei dem schlechten Ruf, den Facebook schon zu dieser Zeit hatte, den Schritt wagen soll. Aber dann waren einige Kontakte, die vor allem mit Konzerten zu tun haben, doch so wichtig, den Beitritt zu wagen. Mein Ziel war es aber nicht, all meine Zeit und Energie dort hinein zu stecken, sondern durch Facebook auch auf Neuerungen an meiner Homepage aufmerksam zu machen. Dies klappte anfangs auch hier und da noch. Dann hatte ich natürlich immer weniger Zeit für meine Homepage und schob größere Projekte immer weiter auf, veröffentlichte Updates auch nicht mehr.

Mit der Zeit wurden es natürlich immer mehr Kontakte von den "Freunden" von "Freunden" wie man so schön sagt. Nur zähneknirschend nimmt man es in Kauf, dass man auch alte Bekannte wiedertrifft, die man eigentlich "ad acta" gelegt hat. Dieses Phänomen kenne ich bereits von Portalen wie "Studi.vz" oder "Wer kennt wen?". Plötzlich tauchen da auch Unbekannte aus anderen Freundeskreisen auf, die man nicht kennt, nicht einschätzen kann oder die selbst nichts von sich preisgeben wollen. Nimmt man dann den einen oder anderen auf, versucht man sich zumindest durch eindeutige Sicherheitseinstellungen (Einteilung der Kontakte in Gruppen, die mit bestimmten Lese- und Schreiberechten rund um das eigene Profil zu tun haben) zu schützen. Der Mißbrauch von Daten, so wird uns  in den Medien weißgemacht, nimmt zu. Facebook selbst stand schon mehrfach in der Kritik, z. B. Fotos der Mitglieder anderweitig zu verwenden. Viele der gespeicherten Daten bleiben noch lange Zeit im Netz - allein eine vollständige Löschung des Profils dauert laut Angaben in einem Forum 14 Tage. Danach findet auch Freund Google noch das, was man selbst vielleicht nicht mehr vor Augen hat.

Der Unterschied zur eigenen Homepage liegt für mich persönlich darin, dass ich mir von Anfang an ein Konzept für meine Seite ausgedacht habe. Eine Struktur, die es mir emöglicht, in einem seriösen Rahmen meine Interessen und einen Teil meiner Persönlichkeit offenzulegen. Die Gestaltung ist dabei in jedem Fall etwas, in dem ich völlige Freiheit besitze und dass ich nach den Themen und Veränderungen anpassen kann. Grundsätzlich habe ich meine Homepage jedoch so konzipiert, dass die meisten Themen Bestand haben und das ich mir mit der Offenlegung von Daten und Fotos auch nach Jahren noch sicher bin, dass ich sie in der Öffentlichkeit präsentieren kann. Im Gegensatz zu Portalen und sozialen Netzwerken wie Facebook gestalte ich mir hier meine eigene Welt, die ich mittels Html (auch wenn es nicht mehr ganz zeitgemäß ist) in eine Form nach meiner Vorstellung bringen kann. Damit bewahre ich mir ein Stück Individualismus, der in "Gleichmacher-Netzwerken" dann doch irgendwo untergeht.

Aber dies ist auch nicht der Hauptgrund für meine Entscheidung, Facebook den Rücken zuzukehren. Zum einen ist es die viele Zeit, die man dort meiner Meinung nach auch oft sinnlos verbringt. Man stellt sich nach einiger Zeit ernsthaft die Frage, welche von diesen Leuten man zum engeren Freundeskreis zählen kann und welche nicht. Zu welchen Personen man persönlichen und regelmäßigen Kontakt hat und zu welchen nicht. Und welche sich die Mühe machen, persönliche Briefe, Karten und Anrufe zu starten. Am Ende bleibt von dem großen Fenster mit den Profilbildern der Facebook-Freunde nicht mehr viel übrig. Ein paar Freunde, der Partner, die Familie. Und selbst dort muss man manchmal noch Abstriche machen. Ich schwimme dem Trend entgegen und beschließe, dass persönliche Kontakte auch aus eigener Initiative und gerade ohne soziale Netzwerke existieren und vor allem belebt werden müssen. So war es lange vor Facebook und wenn ich zurückblicke, waren diese Kontakte immer regelmäßiger, als sie das in manchen Fällen heute sind.

Ein weiterer, für mich wichtiger Punkt für den Abschied von Facebook sind die vermehrten recht oberflächlichen Statusmeldungen. Selbst mit einem oder zwei Wörtern wird eine Statusmeldung versehen, um möglichst viele Rückfragen und Feedbacks zu erhalten. So aufregende Meldungen wie "geh jetzt schlafen, wünsch euch eine gute Nacht!" oder "ich koche gerade...." oder "komme gerade von der Arbeit" animieren mich zumindest nicht zum lesen, noch zu einer Antwort. Zwischen banalen Alltagsaktivitäten, Bildzeitungsklatsch, Lästerorgien, Selbstinszenierungen (die in gewissem Rahmen auch in Ordnung sind) und der täglichen Anhäufung von Videolinks, die manchmal eine unübersichtliche Reihe von Neuigkeiten verlängern und zudem weiteren Unsinn zum Inhalt haben, gehen Anregungen für wichtigere Themen verloren. Diskussionen kommen so nicht richtig in den Gang, verlinkte Artikel im Netz, die politische oder tiefgreifendere Inhalte haben, werden oftmals gar nicht gelesen und trotzdem bewertet. Wie sich dann manchmal herausstellt, hat derjenige auf "gefällt mir" geklickt und den Artikel gar nicht gelesen. Aufrufe zum eigenen Engangement, zu Protesten, Unterschriftsaktionen, Teilnahme an Veranstaltungen etc. gehen viel zu oft unter im Netz der großen Oberflächlichkeit.

Es könnte besser funktionieren, wenn die Posts oder Statusmeldungen täglich begrenzt wären oder wenn sich jeder genau überlegt, was er schreibt und woran er sich beteiligt. Es wäre sicherlich auch interessanter und tiefgreifender, wenn es nicht nur ein allgemeines Gewühl von Statusmeldungen gäbe, sondern Rubriken für bestimmte Themen, die Trennung von Statusmeldungen und Videoverlinkungen auf der Startseite. Dies würde dem Ganzen für den einzelnen User mehr Übersichtlichkeit bieten und es wäre vielleicht auch möglich, bestimmte Rubriken "unsichtbar" zu machen. Der Umgang mit Facebook wäre sicherlich auch lockerer, wenn die Alarmglocke des Datenmißbrauchs nicht ständig im Hinterkopf schellen würde. Und ein ganz wichtiger Punkt im Umgang mit sozialen Netzwerken ist grundsätzlich die Aufklärung über Sicherheitseinstellungen und Daten an den Schulen, wie sie auch im Informatikunterricht zum Teil schon erfolgt.

Ich ziehe mich guten Gewissens zurück, wenn mir natürlich eventuell der eine oder andere Kontakt verloren geht. Aber es liegt auch schließlich an Einzelnen, zu sehen, wo man mich im Netz oder Anderswo findet. Und dafür ist zukünftig hauptsächlich wieder meine Homepage da. Diese wird in diesem Jahr hoffentlich auch in einigen Bereichen erneuert  und soll weiterhin meine Präsenz im Netz sein, zu der ich voll und ganz stehe.

Dienstag, 21. September 2010

Der Zauber vom Darßer Wald, den Dünen von Zingst, den Hügeln von Hiddensee und dem roten Backstein von Lübeck...

Seit Sonntagabend bin ich wieder zurück im Rheinland. Die Sonne belohnt mich mit Licht und Wärme - kein Lüftchen weht, hier steht alles still, während dort, wo ich gerade herkomme, alles in Bewegung ist. Die Sonne scheint in der Woche meiner Abwesenheit ausreichend gewesen zu sein, um die ersten Äpfel meines Apfelbaumes reifen zu lassen. Es ist Erntezeit, Herbstzeit. Und doch zieht es mich vom milden rheinischen Klima wieder zurück auf die stürmische Halbinsel, aber auch in die wunderschöne Altstadt von Lübeck.


Vorletzten Samstag brach ich mit meinem Freund zur Halbinsel Darß auf, der angeblich schönsten Halbinsel Deutschlands. Vorbei an Bremen, Hamburg, Rostock, Wismar und der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten, die sich vor den Toren der Halbinsel befindet. Von dort aus gelangt man auf das sogenannte Fischland, der Teil, der die ehemalige Insel "Darß" mit dem Festland verbindet. Die ersten Orte Dierhagen, Wustrow und Ahrenshoop rauschen schnell an uns vorbei. Hier hat man die Möglichkeit, Bodden- und Seeseite der Halbinsel innerhalb weniger Schritte zu erreichen. Die Orte sind besonders durch die schönen Katen, die alten reetgedeckten Fischerhäuser, einen Besuch wert.
Die Wellen von Ahrenshoop
Das Dorf Ahrenshoop war nicht nur ein Fischerort, sondern auch eine Künstlersiedlung, die von überall her Künstler anzog. Somit gibt es dort einige Galerien, in denen laufend neue Ausstellungen gezeigt werden. Im Kunstkaten Ahrenshoop haben wir uns eine kleine Ausstellung des Künstlers Christoph Bouet angeschaut, dessen plastische Ölbilder abstrakte Motive aus dem Ort zeigen.

Unser Feriendomizil liegt jedoch nicht auf Fischland, sondern auf Darß, dem mittleren Inselteil. Vorbei geht es also weiter an den Orten Wiek und Born, die direkt am Bodden liegen. Zur linken liegt ein undurchsichtiges Waldgebiet, der urige Darßwald. Unser Ziel ist Prerow, das an der nördlichen Küste liegt und ebenfalls ein ehemaliges Fischerdorf ist. Der Ort wirkt von seinen Bauten und Straßen her wenig vom Tourismus beeinflusst. Hier stehen einige urige Katen mit den bunten Darßer Haustüren, die oft von Blumenmotiven geziert werden. Wir müssen erst eine Weile suchen, bis wir am Waldrand den Kutscherhof Kayserling finden, in dem unsere Ferienwohnung liegt. Wir hatten das Glück, noch eine schöne kleine Ferienwohnung in einem der reetgedeckten Häuser zu finden. Die Wohnung  hat eine wunderschöne Lage. Rundherum Bäume, Gärten, Hühner, Pferdeställe. Es ist ruhig, Autos sind auf den ohnehin ungepflasterten Dorfstraßen kaum unterwegs. Im Ort kann man sich ausreichend durch den großen Edeka-Markt, aber auch einem Regional- und Biomarkt, der immer montags stattfindet, ausreichend mit Lebensmitteln versorgen. Restaurants sind zahlreiche vorhanden und in den meisten findet man auch immer vegetarische Speisen. Der Strand liegt allerdings fast etwas versteckt hinter einem Streifen des Waldes. Um dort hinzugelangen, muss man nicht nur diesen Waldstreifen durchqueren, sondern auch eine Brücke, die über den Prerow-Strom führt. Dieser Strom trennte einstmals die Halbinsel Darß von Zingst. Nach einer Sturmflut im Jahre 1872, der viele Häuser unter Wasser setzte, wurde die Mündung des Stromes von der Preußischen Regierung zugeschüttet. Heute ist der Strom Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten über den Bodden.

Als erstes Ausflugsziel auf der Insel wählten wir den Darßer Ort und den Leuchtturm, der an der Westküste der Halbinsel liegt. Vom Strand aus läuft man einfach immer weiter westlich, bis man schon die Zäune des Nationalparks erreicht - die Spitze, der "Darßer Ort" also bleibt den Tieren überlassen. Die ständige Veränderung dieser von Sand und Dünen beherrschten Inselspitze macht diesen Inselbereich auch besonders spannend. Der Sand der Westküste wird regelmäßig abgetragen und am Darßer Ort wieder angelagert. So verändert die Inselspitze immer wieder ihr Gesicht. Vom Strand aus kommt man weiter südlich zum Nothafen von Prerow, in dem Rettungsschiffe liegen. Mit einer Brücke wird das Hafenbecken überquert und schon ist man im "Urwald". Kiefern dominieren hier, neben Birken und Farn. Immer wiedelt verwandelt sich das Landschaftsbild. Mal ist es lichter, es sind mehr Dünenformen zu erkennen, dann wird der Wald wieder dichter und Sumpfgebiete tauchen auf. Auch die Tierwelt ist beeindruckend. Kleine Echsen sonnen sich auf den Holzpfählen der schützenden Zäune, Ringelnattern ziehen durchs Schilf, Schmertterlinge flattern umher und natürlich viele See- und Waldvögel. Die Natur ist hier durch ihre Vielfalt besonders beeindruckend. Irgendwann lichtet sich der Urwald und wir stehen vor dem Darßer Leuchtturm mit seinem Natureum, einem Naturschutzzentrum, das über die vielfältige Landschaft informiert. Auch auf den Leuchtturm kommt man nur mit einem Ticket für das Naturream. Von oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Waldlandschaften und die nahe Küste. Man die Wellen rauschen und bekommt einen Überblick über die Größe der Halbinsel. Zum Natureum gehört auch ein Cafe, in dem man sich wunderbar stärken kann. Nur wenige Schritte von dort entfernt ist man bereits an der wilden Westküste, an der einige Sträucher und gebogene Kiefern wachsen. Diese krummen Bäume, die sich von der Küste mit ihren Zweigen wegstrecken, nennt man "Windflüchter" und sie sind ein wahrhaftes Markenzeichen der Halbinsel.

Auf Darß kann man jedoch nicht nur schöne Wanderungen machen, sondern auch Radausflüge (Fahrräder kann man in jedem Ort mieten). Von Prerow aus sind wir in die Orte Born und Wiek gefahren. Dabei geht es wieder quer durch den Darßwald, nicht den jüngeren Teil wie am Darßer Ort, sondern den älteren Wald, der dichter ist und immer wieder von Buchen und manchmal auch Eichen durchsetzt ist. Wiek ist ein kleinerer Ort, der weniger vom Tourismus beherrscht wird, wie die Badeorte Prerow und Zingst. Auch hier stehen schöne kleine Häuschen und das Besucherzentrum "Darßer Arche". In dem schönen Gebäude wird dem Besucher mehr über die Lebensräume Wasser, Düne und Wald vermittelt. Von Wiek aus kann man am Bodden bis Born weiterfahren, in dem wir dann Rast gemacht haben. Im Hafen liegen hier auch viele der kleinen alten Fischerboote, die "Zeesenboote" genannt werden. Die schönen Holzboote mit den braunen Segeln dienten früher einer speziellen Art des Fischens auf dem Bodden, dem "zeesen". Heute werden sie für die Touristen auch für Ausflüge genützt. Wegen dem stürmischen Wetter in der zweiten Wochenhälfte konnten wir leider keine solche Fahrt machen.

Eine weitere Möglichkeit der Fortbewegung bietet eine Kutschfahrt auf Darß. Da wir nun schon auf einem
Sonnenuntergang auf der "Wieker Route"
Kutscherhof gewohnt haben, haben wir also die Gelegenheit genutzt und eine Tour auf der "Wieker Route" mitgemacht. Zusammen mit vielen anderen Leuten haben wir mit einem Planwagen den Darßer Wald besser kennengelernt. Die Route führte uns dann nach Wiek, wo wir bei einem Fischrestaurant Rast gemacht haben. Der Rückweg in der schönen Abenddämmerung ging zurück über die Felder, auf denen große Kuhherden grasten. Eine lohnenswerte Fahrt, bei der ich Einiges über die Gegend lernen konnte.

An einem eher regnerischen Tag schauten wir uns die Orte Zingst und Barth an. Während der Ort Zingst noch auf der Halbinsel liegt, liegt Barth bereits wieder auf dem Festland. Der Ort ist jedoch über die Meinigenbrücke, einer alten Klappbrücke, gut zu erreichen. Hier muss man nur die Zeiten beachten, ab wann sie für den Autoverkehr gesperrt ist. Der kleine Ort Barth wird mit dem sagenumwobenenen Städtchen Vineta verbunden, das - ähnlich wie Atlantis - untergegangen sein soll. In Vineta waren die Dächer angeblich mit Gold und Silber gedeckt und die Schweine fraßen aus goldenen Trögen. Da der Reichtum die Stadt mit seinen Bürgern hochmütig machte, wurde sie von einem Fluch getroffen und ging unter. So jedenfalls erzählt es die Legende. Da es mehrere Hinweise auf eine solche Stadt und ihre Zerstörung gegeben hat, gibt es auch mehrere Orte, die sich gerne mit dem Vineta-Titel schmücken. Neben Barth sind das auch Koserow auf Usedom und die Stadt Wollin. Barth selbst hat zwar keine goldenen Dächer, aber ein großes Hafengebiet und einen kleinen Marktplatz mit der backsteinernen Marienkirche. Empfehlen kann ich übrigens ein kleines Literaturcafe (Galerie Café), das Gemälde und Kunstwerke ausstellt und verkauft und in dem man auch in Bücherregalen nach interessanten Büchern (zum ausleihen) zum Tee stöbern kann.

Zurück über die Meinigenbrücke führt der Weg nach Zingst, dem touristischsten Ort auf der Insel. Hier sind die Straßen überwiegend geteert und die älteren Häuschen sind eher am Rande zu finden. Die Straßen im Zentrum sind voll von Restaurants, insbesondere Fischrestaurants, kleinen Geschäften und einem großen Hotelkomplex - der einzige, der mir in dieser Form auf der Insel wirklich aufgefallen ist.
Leuchtturm auf Hiddensee
Dazu kommen natürlich einige Kureinrichtungen und ein dazugehöriger, schön gestalteter Kurpark. Die Atmosphäre ist hier deutlich moderner und weniger gemütlich als in Prerow. Aber auch hier gibt es eine Reihe schöner Ferienwohnungen.


Wegen der Nähe zur Insel Hiddensee haben wir uns entschlossen, eine Fahrt auf die Insel zu machen. Von Zingst aus kann man mit einem Ausflugsschiff in drei Stunden den Hafen Vitte auf Hiddensee erreichen. Die Fahrt ist wegen der Vielfalt der Boddenlandschaft mit ihren vielen kleineren und größeren Inseln sehr interessant. Zudem werden Besonderheiten per Durchsagen angekündigt. Wie z. B. die Kuhweiden auf der Insel "Große Kirr", auf die alljährlich Kuhherden mit einer besonderen kleinen Fähre transportiert werden. Die vielen Inseln rund um den Bodden und Zingst sind zudem Vogelparadiese - und insbesondere die Kraniche, die hier im Herbst und im Frühjahr Station machen, sind Ziel vieler Touristen.
Blick vom Dornbusch über Hiddensee
Auch die Umrisse von Stralsund sind zwischendurch zu erkennen. Im Hafen von Vitte aus kann man entweder per gemieteter Kutsche oder Fahrrad, aber auch zu Fuß bis zum Dornbusch, der Nordspitze der Insel, laufen. Wir entschieden uns für den windigen Weg an der Küste, bis wir den Ort Kloster erreichten. Der winzige Ort ist schnell durchquert und ist mit seinen kleinen Geschäften und Restaurants eher ein Touristenfänger. In diesem Ort kann man allerdings auch das Haus des Dichters Gerhart Hauptmann besichtigen. Interessant wird es dann beim Anstieg auf den Dornbusch, der mit einer schönen Heidelandschaft lockt. Von dort aus kann man immer wieder auf die Insel und auf die Küsten schauen. Am Leuchtturm angekommen, wird uns jedoch mitgeteilt, das wegen des Sturms kein Aufstieg möglich ist. Es pfeift auch inzwischen ganz schön und man hat schon das Gefühl, das man so manches Mal einfach weggeweht werden könnte. Da wir nur knappe 3 Stunden Aufenthalt haben, machen wir uns von dort aus wieder auf den Rückweg, kehren in einer Bäckerei in Kloster ein und gehen dann - zur Landseite - wieder Richtung Schiff. Glücklicherweise hatten wir keinen Regen auf Hiddensee - obwohl es unterwegs immer wieder düster aussah.
Hiddensee - Blickrichtung Norden (?)

Die letzte Tour führte uns auf das Ostende der Insel, auf den Zingst. Wir fuhren bis zu den Sundischen Wiesen an der Nationalparkgrenze und tauschten dort das Auto gegen ein Fahrrad. Von dort aus ging es immer geradeaus Richtung Pramort. Dort angekommen, können wir von einer Hütte aus die Tierwelt beobachten. Viele Gänse ziehen an uns vorbei, Stare üben Flugformationen und wiedermal sind Kühe auf den Weiden zu sehen. Die Landschaft ist hier flach, sumpfiger und erinnert ein wenig an das norddeutsche Wattenmeer. Ein weiteres Highlight sind die hohen Dünen, die man auf einem Fußweg erreichen kann. Holzbohlen führen durch die hellen Dünen, die gegen den Sturmhimmel erststrahlen. Von einem erhöhten Aussichtspunkt schaut man auf das Meer und die Dünenlandschaft - ein traumhafter Anblick.


Auf dem Rückweg vom Pramort werden wir ordentlich nass. Hatten wir bislang Glück, so erwischt uns nun einer der Regenschauer, die von Sturmböen schnell voran getrieben werden. Bei der Ankunft am Parkplatz sind wir durch den Wind jedoch fast schon wieder trocken. Wir "besichtigen" noch das Schlösschen dort und wärmen uns mit einem Tee auf.
Die Kühe am Pramort

Am letzten Abend nutzen wir das umfangreiche Veranstaltungsangebot von Prerow aus und gehen auf ein Konzert im Kulturkaten "Kiek In". Im Saal des Veranstaltungszentrum spielte das irisch-deutsche Duo "Fairing", das nicht nur zu einem Konzert- sondern auch einem Diaabend einlud. Die beiden Musiker, die in Deutschland aufgewachsen sind, nun aber in Irland leben, zeigten uns viele Fotos aus dem Südwesten Irlands - begleitet von den passenden Geschichten, Anekdoten und ihren Liedern. Zwischendurch wurde auch mal getanzt und gesteppt, so dass man einen umfangreichen Einblick in irische Traditionen, die Musik und das gesellige Zusammenleben der Iren bekam. Ein sehr schöner Abend, der auch zur Atmosphäre der Halbinsel passte.

Am nächsten Morgen wurden die Koffer wieder gepackt. Wir frühstückten in einem Café im Ort und dann ging es auch schon weiter Richtung Ribnitz-Damgarten. Dort machten wir einen Zwischenstopp für das Deutsche Bernsteinmuseum, das als "Muss" für jeden Ostseeurlauber in dieser Gegend angepriesen wurde. Tatsächlich war das Museum ein echtes Highlight.
Die weißen Dünen und der Sturmhimmel
Es ist sowohl von den Räumlichkeiten, wie auch vom Umfang der Ausstellung lohnenswert. Nicht nur die Ausstellungsstücke und die vielen Informationen über die Entstehung, der Herkunft, der Gewinnung und Verarbeitung von Bernstein stehen im Vordergrund - man kann dort auch selbst ein Stück schleifen und polieren, so dass es als selbstgefertigtes Schmuckstück ein besonderes Andenken wird. Nicht nur im Museum selbst, sondern auch in umliegenden Geschäften und einer großen Manufaktur am Stadtrand kann man Bernstein in allen Formen und Farben erwerben.

Zum Nachmittag ging es dann weiter zu unserer letzten Station - Lübeck. Bereits zum vierten Mal besuchte ich die Hansestadt, die mich sehr stark in ihren Bann gezogen hat. Und traditionellerweise steht immer ein Besuch des Niedereggercafés auf dem Programm. Hier gibt es Marzipan in jeder erdenklichen Form. Da es Samstag war und inzwischen bereits früher Abend, hatten die meisten kleineren Geschäfte zu - so auch in der Hüx-Straße, der besonderen Einkaufsstraße in Lübeck. Da wir aber noch viel Zeit bis zum Abendessen hatten, zogen wir noch durch ein paar bekanntere Geschäfte. Für das Abendessen entschieden wir uns für die Mühle, die am südlichen Ende der Altstadt liegt und sehr gemütliche alte Räume bietet. Hier kann man Flammkuchen in allen Variationen essen - herzhaft und süß. Zwei  Tische weiter saß ein Pärchen aus der Eifel, die sich mit unseren direkten Tischnachbarn - Einheimischen - unterhielten. Natürlich konnten wir angesichts der gemeinsamen Herkunft (Rheinland) nicht so tun, als sei uns der Teil des Gesprächs entgangen und so kam man auch kurz ins Gespräch. Ich merkte dabei, dass mir die Norddeutschen mit ihrer direkten Art immer noch sehr sympathisch sind - die Eifler waren jedoch sehr weltgewandt, da sie einige Zeit im Ausland gelebt hatten. Am nächsten Morgen zog es uns nochmal in die Altstadt - vom Holstentor zum Museumshafen. Dann deckten wir uns noch mit dem guten Marzipan ein, kauften ein paar Mitbringsel und machten uns auf den Heimweg. Ich drehte mich nochmal um, warf einen letzten Blick auf die von der Sonne leuchtende Backsteinfassade des Rathauses und der Marienkirche, der Kloß in der Kehle wurde größer und ich verabschiedete mich für viele Monate von der Stadt meines Herzens....

Samstag, 28. August 2010

Welcome

Dies ist mein erster kleiner Willkommens-Blog auf dieser Seite.

Nachdem ich hier nun schon einige andere Blogs durchgelesen habe, finde ich diese Plattform zum Schreiben sehr gut geeignet. 

Die früheren Blogs auf meiner Homepage habe ich schon vor einiger Zeit eingestellt, suchte aber nach wie vor nach einer neuen Möglichkeit zum Schreiben. Was zukünftig an Themen auf dieser Seite landen wird, habe ich noch nicht genau bestimmt, da ich viele Interessen und Hobbies habe.

Diese werden dann wohl mit aktuellen Themen, die mich bewegen, vermischt und hoffentlich so aufbereitet, dass es meinen Lesern nicht langweilig wird.

Zu meinen Interessen zählt Musik, Tanz, Malerei und Kunst, Naturreligion, Naturheilkunde, Umweltschutz, Geschichte und und und...

Bei Gelegenheit werde ich dann diese Blogseite mit meiner Homepage verbinden, so dass sie zukünftig zusammengehören sollen.